Einleitung in die
Philosophie

Was ist der Sinn des Lebens, des Universums und von Allem?

Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams (1952 – 2001) war ein britischer Schriftsteller. Er wurde vor allem mit der satirischen Science-Fiction-Reihe Per Anhalter durch die Galaxis bekannt.
→ Zur Textanalyse

Es gibt selbstverständlich viele Probleme, die mit dem Leben zusammenhängen; von denen sind einige der bekanntesten:

Warum wird der Mensch geboren?  ·  Warum stirbt er?  ·  Und warum verbringt er so viel von der Zeit dazwischen mit dem Tragen von Digitaluhren?

Einer Rasse hyperintelligenter, pandimensionaler Wesen hing es vor vielen, vielen Millionen Jahren dermaßen zum Halse raus, sich ewig über den Sinn des Lebens rumzuzanken, daß sie beschlossen, sich auf ihre vier Buchstaben zu setzen und alle ihre Probleme ein für allemal zu lösen.

Und zu diesem Zweck bauten sie sich einen kolossalen Supercomputer, der so wahnsinnig intelligent war, daß er, noch ehe seine Datenspeicher überhaupt miteinander verbunden waren, mit Ich denke, also bin ich die ersten Kernsätze von sich gegeben hatte.

Am Tage des Großen Anknipsens kamen zwei dezent gekleidete Programmierer mit Aktentaschen und wurden ohne großes Aufhebens in das Büro geführt. Es war ihnen bewußt, daß sie an diesem Tage ihr ganzes Volk in seinem erhabensten Augenblick repräsentierten, aber sie gaben sich ruhig und gelassen, als sie ehrfurchtsvoll vor dem Schreibtisch Platz nahmen, ihre Aktentaschen öffneten und ihre in Leder gebundenen Notizbücher rausnahmen. Ihre Namen lauteten Lunkwill und Fook.

Das allerfeinste Summen, das man sich denken kann, zeigte an, daß der gewaltige Computer nun voll betriebsbereit war. Nach einer kurzen Pause sprach er sie mit seiner Stimme, die kräftig, volltönend und tief war, an.

»Wie heißt die große Aufgabe, für die ich, Deep Thought, der zweitgrößte Computer im Universum von Zeit und Raum, erschaffen worden bin?« »Oh, Computer Deep Thought«, sagte Lunkwill, »die Aufgabe, die wir uns für dich ausgedacht haben, ist die: Wir möchten, daß du uns …«, er machte eine Pause, »… die Antwort sagst!« »Die Antwort?« »Die Antwort worauf?« »Auf das Leben!« drängte Fook. »Auf das Universum!« sagte Lunkwill. »Auf alles!« sagten beide im Chor. Deep Thought dachte eine Weile schweigend nach. »Knifflig« »Aber du schaffst es doch?« Wieder eine bedeutungsvolle Pause. »Ja, das schaffe ich.« »Es gibt eine Antwort?« fragte Fook atemlos vor Aufregung. »Eine einfache Antwort?« setzte Lunkwill nach. »Ja. Auf das Leben, das Universum, auf alles. Da gibt es eine Antwort drauf. Aber ich muß darüber nachdenken.« Fook guckte ungeduldig auf seine Uhr. »Wie lange etwa?« »Siebeneinhalb Millionen Jahre« Lunkwill und Fook vermieden es, sich anzusehen. »Siebeneinhalb Millionen Jahre … !« schrien sie im Chor. »Ja. Ich sagte doch, ich muß darüber nachdenken, oder?«

Siebeneinhalb Millionen Jahre später …

Ein Mann stand vor dem Gebäude, das den Platz deutlich beherrschte, auf einem bunt geschmückten Podium und sprach über eine Lautsprecheranlage zu der Menge.

»Liebe Freunde, die ihr hier im Schatten von Deep Thought wartet!« rief er. »Die Zeit des Wartens ist vorüber!«

»Siebeneinhalb Millionen Jahre hat unser Geschlecht auf diesen großen und hoffnungsvollen Augenblick der Enthüllung der Wahrheit gewartet!« rief der Oberjubler. »Den Tag der Antwort!« Die hingerissene Menge brach in Hurras aus.

Zwei schlicht gekleidete Männer (Luunquoal und Phouchg) saßen ehrfurchtsvoll vor dem Terminal und warteten.

»Vor fünfundsiebzigtausend Generationen brachten unsere Ahnen dieses Programm ins Rollen«, sagte der zweite, »und nach dieser langen Zeit werden wir die ersten sein, die den Computer wieder sprechen hören.«

»Guten Morgen« »Äh … Guten Morgen, oh Deep Thought. Hast du … äh, das heißt …« »Eine Antwort für euch? Ja. Die habe ich.« Die beiden Männer zitterten vor froher Erwartung. Ihr Warten war nicht vergeblich gewesen. »Es gibt tatsächlich eine?« hauchte Phouchg. »Es gibt tatsächlich eine.« »Auf alles? Auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem?« »Ja.« Beide Männer waren auf diesen Augenblick gedrillt worden, ihr Leben war eine einzige Vorbereitung auf diesen Moment gewesen — selbst sie schnappten jetzt nach Luft wie aufgeregte Kinder. »Und du bist bereit, sie uns zu geben?« drängte Luunquoal. »Das bin ich.« »Jetzt?« »Jetzt.« Beide Männer leckten sich ihre trockenen Lippen. → Zur Textanalyse »Allerdings glaube ich nicht, daß sie euch gefallen wird.« »Das macht doch nichts! Wir müssen sie nur jetzt erfahren. Jetzt!« sagte Phouchg. »Jetzt?« »Also schön«, sagte der Computer und versank wieder in Schweigen. Die beiden Männer zappelten nervös hin und her. Die Spannung war unerträglich. »Sie wird euch bestimmt nicht gefallen.« »Sag sie uns trotzdem!« »Na schön. Die Antwort auf die Große Frage …« »Ja … !« »… nach dem Leben, dem Universum und allem …« »Ja … !« »… lautet …« Eine lange Pause. »… lautet …« »Ja … ! ! ! … ? ? ?«

Bist du dir sicher, dass du die Antwort willst?

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Es dauerte lange, sehr lange, ehe wieder jemand sprach. Aus den Augenwinkeln sah Phouchg unten auf dem Platz das Meer gespannter und hoffnungsvoller Gesichter. »Jetzt werden sie uns wohl lynchen, was meinst du?« flüsterte er. »Es war eine sauschwere Aufgabe.« → Zur Textanalyse »Zweiundvierzig!« kreischte Luunquoal. »Ist das alles, nach siebeneinhalb Millionen Jahren Denkarbeit?« »Ich hab's sehr gründlich nachgeprüft, und das ist ganz bestimmt die Antwort. Das Problem ist, glaub ich, daß ihr selber wohl nie richtig gewußt habt, wie die Frage lautet.« Ein dumpfes, verblüfftes Schweigen kroch über die Männer weg. »Naja, weißt du, es geht einfach um alles … um alles«, schlug Phouchg schüchtern vor. »Genau! Wenn ihr erstmal genau wißt, wie die Frage wirklich lautet, dann werdet ihr auch wissen, was die Antwort bedeutet.« »Oh Gott, grauenhaft«, murmelte Phouchg und wischte sich eine winzige Träne aus dem Auge. »Also schön, okay, okay«, sagte Luunquoal, »kannst du uns dann bitte wenigstens die Frage sagen?« »Die Letzte aller Fragen?« »Ja!« »Nach dem Leben, dem Universum und allem?« »Ja!« Deep Thought dachte einen Moment nach. »Knifflig.« »Aber du kannst sie uns doch sagen?« schrie Luunquoal. Deep Thought dachte wiederum lange darüber nach. »Nein.« Die beiden Männer sanken verzweifelt auf ihre Stühle. »Aber ich werde euch sagen, wer das kann.« Wie auf ein Kommando sahen beide nach oben. »Wer?« »Sag es uns!« »Ich spreche von keinem anderen, als von dem Computer, der nach mir kommt. Ein Computer, dessen simpelste Funktionsparameter zu berechnen ich nicht würdig bin – und doch werde ich ihn euch entwerfen. Ein Computer, der die Frage nach der Letzten aller Antworten berechnen kann, ein Computer von so unendlicher und unerhörter Kompliziertheit, daß das organische Leben selbst einen Teil seiner Arbeitsmatrix bildet. Und ihr selbst werdet neue Gestalt annehmen und in den Computer steigen und sein Zehn-Millionen-Jahre-Programm steuern! Ja! Ich werde euch diesen Computer entwerfen. Und ich werde ihn euch auch benennen.« »Und er soll heißen … Die Erde.«
Das Problem der Frage

Um welche Art von Fragen handelt es sich?

Die Fragen »Warum wird der Mensch geboren?«, »Warum stirbt er?« und die satirische Frage nach den Digitaluhren sind sogenannte Sinnfragen – philosophische Grundfragen, die nach dem Zweck und der Bedeutung menschlicher Existenz fragen. Sie lassen sich nicht empirisch beantworten, sondern erfordern reflektierendes Nachdenken.

Warum könnte die Antwort enttäuschen?

Die Antwort ohne Kontext

Deep Thought warnt mehrfach: »Sie wird euch bestimmt nicht gefallen.« Die Antwort »42« enttäuscht, weil sie keine inhaltliche Bedeutung trägt – sie ist eine Zahl ohne Kontext. Dies zeigt, dass eine Antwort nur dann sinnvoll ist, wenn man die richtige Frage gestellt hat.

Was ist das Problem mit der Fragestellung?

Die Frage hinter der Frage

Deep Thought bringt es auf den Punkt: Die Fragesteller wussten selbst nie genau, wie die Frage lautet. »Es geht um alles« ist keine präzise Frage. Das Problem liegt darin, dass Begriffe wie »Sinn« und »Leben« nicht klar definiert sind. Eine Antwort zu verstehen bedeutet, die Frage zu verstehen – die Suche nach der Frage ist genauso schwierig wie die Suche nach der Antwort.

Aufgabe – Quiz

Welche dieser Fragen sind Sinnfragen – also philosophische Fragen, die sich nicht eindeutig beantworten lassen? Wähle alle zutreffenden aus.

»Wer fertig ist, dem ist nichts recht zu machen;
Ein Werdender wird immer dankbar sein.«
— Goethe, Faust I. Teil
2. Einleitung

Was ist Philosophie

Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, eine Definition für Philosophie zu finden, der alle Philosophen zustimmen. Die Menschen, die gemeinhin »Philosophen« genannt werden, haben in den vergangenen ca. 2500 Jahren die unterschiedlichsten Behauptungen aufgestellt, zu denen sie oft auf unterschiedlichsten Wegen gelangten. Was Philosophie ist, ist bereits eine Frage der Philosophie.

In der Philosophie gibt es keine endgültigen Antworten auf endgültige Fragen. Getreu nach dem altbekannten Motto „der Weg ist das Ziel", ist das darüber Nachdenken, also das ständige Reflektieren über existenzielle Probleme, die eigentliche Aufgabe der Philosophie. Philosophieren ist die Kunst Antworten auf grundlegende Fragen zu suchen, auf die es eigentlich keine universell gültigen Antworten gibt.

Im antiken Griechenland, der Geburtsstätte unserer abendländischen Kultur, war ein Philosoph einfach ein Mensch, der sich um die Erkenntnis der Welt bemühte.

»Man kann nicht definieren, was Philosophie ist, denn das, was das Wort meint, hat eine lange Geschichte, in der sich seine Bedeutung veränderte.« — Herbert Schädelbach
Karl Jaspers · 1883–1969

Sophos & Philosophos

Karl Theodor Jaspers (1883 – 1969) war ein deutscher Psychiater und Philosoph. Philosophie war für Jaspers keine Wissenschaft, sondern vielmehr Existenzerhellung, die sich mit dem Sein als Ganzes befasst.

Was Philosophie sei und was sie wert sei, ist umstritten. Man erwartet von ihr außerordentliche Aufschlüsse oder lässt sie als gegenstandsloses Denken gleichgültig beiseite. Man sieht sie mit Scheu als das bedeutende Bemühen ungewöhnlicher Menschen oder verachtet sie als überflüssiges Grübeln von Träumern.

Für einen wissenschaftsgläubigen Menschen ist das Schlimmste, dass die Philosophie gar keine allgemeingültigen Ergebnisse hat, etwas, das man wissen und damit besitzen kann. Während die Wissenschaften auf ihren Gebieten zwingend gewisse und allgemein anerkannte Erkenntnisse gewonnen haben, hat die Philosophie dies trotz der Bemühungen der Jahrtausende nicht erreicht. Es ist nicht zu leugnen: in der Philosophie gibt es keine Einmütigkeit des endgültig Erkannten.

Dieser Sinn des Wortes besteht bis heute: das Suchen der Wahrheit, nicht der Besitz der Wahrheit ist das Wesen der Philosophie. Philosophie heißt: auf dem Wege sein.

Philosophos vs. Sophos

Das griechische Wort Philosophos ist gebildet im Gegensatz zum Sophos. Es heißt: der die Erkenntnis Liebende im Unterschied von dem, der im Besitze der Erkenntnis sich einen Wissenden nannte. Der Sophos behauptet, Wissen zu besitzen; der Philosophos sucht es.

Aufgabe – Ordne die Eigenschaften aus dem Text dem richtigen Begriff zu
Philosophos
»der die Erkenntnis Liebende«
Sophos
»der Wissende«
»Ihre Fragen sind wesentlicher als ihre Antworten, und jede Antwort wird zur neuen Frage.« — Karl Jaspers: Einführung in die Philosophie (1953)
Wortherkunft

Etymologie: Philosophie

Das Wort »Philosophie« stammt aus dem Griechischen; es geht zurück auf »philein« bzw. »philos« und »sophia«. Doch damit bekommt Philosophie gleich zu Unrecht etwas Überhöhtes. »philein« bedeutet keineswegs nur »lieben« – es kann auch mit »Gefallen finden an«, »Interesse haben an« oder »gern haben« übersetzt werden; und »sophia« kann auch einfach »Wissen« heißen.

Ein »sophos« ist jemand, der sich auskennt. »Philosophia« bedeutet in der Antike schlicht »sich für Wissen interessieren«, wobei jegliches Wissen eingeschlossen ist. Von der Antike bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war »Philosophie« ein Ausdruck, der einfach »Wissenschaft« bedeutet.

Aufgabe – Kombiniere die Wortteile zur richtigen Bedeutung
Philosophie
?
+
?
=
Liebe zur Weisheit
Philosoph
?
+
?
=
Freund der Weisheit
3. Fragen der Philosophie

Was bewegt alle Menschen?

Liebe Sofie! Viele Menschen haben unterschiedliche Hobbys. Manche sammeln alte Münzen oder Briefmarken, andere handarbeiten gern, noch andere widmen fast all ihre Freizeit einer bestimmten Sportart. Viele lesen auch gern. Aber was wir lesen, ist sehr unterschiedlich. Einige lesen nur Zeitungen oder Comics, andere mögen Romane, noch andere ziehen Bücher über verschiedene Themen wie Astronomie, Tierleben oder technische Erfindungen vor.

Wenn ich mich für Pferde oder Edelsteine interessiere, kann ich nicht verlangen, dass alle anderen diese Interessen teilen. Wenn ich wie gebannt vor allen Sportsendungen im Fernsehen sitze, muss ich mich damit abfinden können, dass andere Sport öde finden.

Gibt es trotzdem etwas, das alle interessieren sollte? Gibt es etwas, das alle Menschen angeht, egal, wer sie sind oder wo auf der Welt sie wohnen?

— Jostein Gaarder: Sofies Welt (1991), dtv, München 2000

Aufgabe – Quiz

Welche Themen beschäftigen alle Menschen, unabhängig von ihren persönlichen Interessen? Wähle alle zutreffenden Antworten aus.

3.1 Immanuel Kant

Die vier Grundfragen der Philosophie

Der Philosoph Immanuel Kant hat vier Fragen als Grundfragen der Philosophie hervorgehoben (Kritik der reinen Vernunft, 1787). Anhand dieser Fragen ergeben sich vier grundlegende Disziplinen:

Anthropologie
Was ist der Mensch?

Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse? Gibt es eine gleichbleibende Natur des Menschen? Was sagen Biologie, Verhaltensforschung und Soziologie dazu?

Moralphilosophie / Ethik
Was soll ich tun?

Frage nach den Zielen und Maßstäben unseres Handelns. Lassen sich Maßstäbe für unser Verhalten vernünftig begründen?

Religionsphilosophie
Was darf ich hoffen?

Gibt es einen Gott? Hat die Welt und unsere Existenz einen übergeordneten Sinn?

Erkenntnistheorie / Metaphysik
Was kann ich wissen?

Wie kommt man zu begründeten Erkenntnissen? Was sind die Grenzen unseres Erkenntnisvermögens? Auf welcher Basis arbeiten die modernen Wissenschaften?

Die philosophische Verwunderung

Aristoteles' fünf Schritte des Denkens

Aristote identifiziert fünf Schritte des philosophischen Denkens, die er in seiner Métaphysique (Livre I, 2, 982b) beschreibt. Die richtige Reihenfolge lautet:

Thaumazein – Das Staunen als Ursprung

Das Staunen als aktive Kraft

Für Aristoteles ist das Staunen kein passiver Zustand – es ist eine aktive Kraft. Es markiert ein Ablösen von einem unwissenden Leben und lädt dazu ein, die Weisheit frei und um ihrer selbst willen zu verfolgen.

a) Was uns erstaunt, ist das Unbekannte – es stellt sich uns als Hindernis dar. Das Staunen ist die Fähigkeit, ein Problem zu erkennen.

b) Die Anerkennung der Unwissenheit ist eine notwendige Bedingung des Denkens (Sokrates: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.«). Wer staunt, beginnt zu beobachten und zu verstehen.

C'est, en effet, l'étonnement qui poussa, comme aujourd'hui, les premiers penseurs aux spéculations philosophiques. Au début, leur étonnement porta sur les difficultés qui se présentaient les premières à l'esprit ; puis, s'avançant ainsi peu à peu, ils étendirent leur exploration à des problèmes plus importants, tels que l'observation des phénomènes de la Lune, ceux du Soleil et des Étoiles, enfin la genèse de l'Univers. Or apercevoir une difficulté et s'étonner, c'est reconnaître sa propre ignorance (c'est pourquoi même l'amour des mythes est, en quelque manière amour de la Sagesse, car le mythe est un assemblage de merveilleux).

Ainsi donc, si ce fut bien pour échapper à l'ignorance que les premiers philosophes se livrèrent à la philosophie, c'est qu'évidemment ils poursuivaient le savoir en vue de la seule connaissance et non pour une fin utilitaire. Et ce qui s'est passé en réalité en fournit la preuve : presque toutes les nécessités de la vie, et les choses qui intéressent son bien-être et son agrément avaient reçu satisfaction, quand on commença à rechercher une discipline de ce genre.

Je conclus que, manifestement, nous n'avons en vue, dans notre recherche, aucun intérêt étranger. Mais, de même que nous appelons libre celui qui est à lui-même sa fin et n'existe pas pour un autre, ainsi cette science est aussi la seule de toutes les sciences qui soit une discipline libérale, puisque seule elle est à elle-même sa propre fin.

— Aristote: Métaphysique, ~335 av. J.-C.
Aufgabe – Bringe die fünf Schritte in die richtige Reihenfolge
Flammarion – Wanderer am Weltenrand
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1Der Philosoph

Le philosophe est naturellement curieux, il veut savoir comment le monde fonctionne. — Der Wanderer steht für den neugierigen Philosophen, der über die Grenzen des Sichtbaren hinausblickt.

2L'autre côté

Il est de ce monde, mais il jette son regard sur l'autre côté. — Er gehört dieser Welt an, richtet seinen Blick aber auf die andere Seite: das Verborgene, das Unerforschte, das Jenseits des Gewohnten.

3Pignons — Roues dentées

Les pignons (roues dentées) symbolisent le fonctionnement et les lois naturelles. → Ils sont cachés, il faut les découvrir. — Die Zahnräder hinter dem Himmelsschleier stehen für die verborgenen Gesetze der Natur, die der Philosoph zu enthüllen sucht.

Überblick

Disziplinen der modernen Philosophie

Die Teilgebiete der theoretischen Philosophie beeinflussen die praktische Philosophie – und umgekehrt. Die Teilgebiete sind übergreifend (Bsp. Ästhetik).

Theoretische Philosophie
Was ist?

Anthropologie, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Logik, Wissenschaftstheorie

Praktische Philosophie
Was soll sein?

Ethik, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie

Wechselseitige Wirkung
Wie hängt alles zusammen?

Theoretische Annahmen (z.B. Menschenbild) prägen praktische Schlüsse (z.B. Staatstheorie) – und umgekehrt.