Was ist der Sinn des Lebens, des Universums und von Allem?
Es gibt selbstverständlich viele Probleme, die mit dem Leben zusammenhängen; von denen sind einige der bekanntesten:
Warum wird der Mensch geboren? · Warum stirbt er? · Und warum verbringt er so viel von der Zeit dazwischen mit dem Tragen von Digitaluhren?
Einer Rasse hyperintelligenter, pandimensionaler Wesen hing es vor vielen, vielen Millionen Jahren dermaßen zum Halse raus, sich ewig über den Sinn des Lebens rumzuzanken, daß sie beschlossen, sich auf ihre vier Buchstaben zu setzen und alle ihre Probleme ein für allemal zu lösen.
Und zu diesem Zweck bauten sie sich einen kolossalen Supercomputer, der so wahnsinnig intelligent war, daß er, noch ehe seine Datenspeicher überhaupt miteinander verbunden waren, mit Ich denke, also bin ich die ersten Kernsätze von sich gegeben hatte.
Am Tage des Großen Anknipsens kamen zwei dezent gekleidete Programmierer mit Aktentaschen und wurden ohne großes Aufhebens in das Büro geführt. Es war ihnen bewußt, daß sie an diesem Tage ihr ganzes Volk in seinem erhabensten Augenblick repräsentierten, aber sie gaben sich ruhig und gelassen, als sie ehrfurchtsvoll vor dem Schreibtisch Platz nahmen, ihre Aktentaschen öffneten und ihre in Leder gebundenen Notizbücher rausnahmen. Ihre Namen lauteten Lunkwill und Fook.
Das allerfeinste Summen, das man sich denken kann, zeigte an, daß der gewaltige Computer nun voll betriebsbereit war. Nach einer kurzen Pause sprach er sie mit seiner Stimme, die kräftig, volltönend und tief war, an.
Ein Mann stand vor dem Gebäude, das den Platz deutlich beherrschte, auf einem bunt geschmückten Podium und sprach über eine Lautsprecheranlage zu der Menge.
»Liebe Freunde, die ihr hier im Schatten von Deep Thought wartet!« rief er. »Die Zeit des Wartens ist vorüber!«
»Siebeneinhalb Millionen Jahre hat unser Geschlecht auf diesen großen und hoffnungsvollen Augenblick der Enthüllung der Wahrheit gewartet!« rief der Oberjubler. »Den Tag der Antwort!« Die hingerissene Menge brach in Hurras aus.
Zwei schlicht gekleidete Männer (Luunquoal und Phouchg) saßen ehrfurchtsvoll vor dem Terminal und warteten.
»Vor fünfundsiebzigtausend Generationen brachten unsere Ahnen dieses Programm ins Rollen«, sagte der zweite, »und nach dieser langen Zeit werden wir die ersten sein, die den Computer wieder sprechen hören.«
Bist du dir sicher, dass du die Antwort willst?
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Die Fragen »Warum wird der Mensch geboren?«, »Warum stirbt er?« und die satirische Frage nach den Digitaluhren sind sogenannte Sinnfragen – philosophische Grundfragen, die nach dem Zweck und der Bedeutung menschlicher Existenz fragen. Sie lassen sich nicht empirisch beantworten, sondern erfordern reflektierendes Nachdenken.
Deep Thought warnt mehrfach: »Sie wird euch bestimmt nicht gefallen.« Die Antwort »42« enttäuscht, weil sie keine inhaltliche Bedeutung trägt – sie ist eine Zahl ohne Kontext. Dies zeigt, dass eine Antwort nur dann sinnvoll ist, wenn man die richtige Frage gestellt hat.
Deep Thought bringt es auf den Punkt: Die Fragesteller wussten selbst nie genau, wie die Frage lautet. »Es geht um alles« ist keine präzise Frage. Das Problem liegt darin, dass Begriffe wie »Sinn« und »Leben« nicht klar definiert sind. Eine Antwort zu verstehen bedeutet, die Frage zu verstehen – die Suche nach der Frage ist genauso schwierig wie die Suche nach der Antwort.
Welche dieser Fragen sind Sinnfragen – also philosophische Fragen, die sich nicht eindeutig beantworten lassen? Wähle alle zutreffenden aus.
Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich, eine Definition für Philosophie zu finden, der alle Philosophen zustimmen. Die Menschen, die gemeinhin »Philosophen« genannt werden, haben in den vergangenen ca. 2500 Jahren die unterschiedlichsten Behauptungen aufgestellt, zu denen sie oft auf unterschiedlichsten Wegen gelangten. Was Philosophie ist, ist bereits eine Frage der Philosophie.
In der Philosophie gibt es keine endgültigen Antworten auf endgültige Fragen. Getreu nach dem altbekannten Motto „der Weg ist das Ziel", ist das darüber Nachdenken, also das ständige Reflektieren über existenzielle Probleme, die eigentliche Aufgabe der Philosophie. Philosophieren ist die Kunst Antworten auf grundlegende Fragen zu suchen, auf die es eigentlich keine universell gültigen Antworten gibt.
Im antiken Griechenland, der Geburtsstätte unserer abendländischen Kultur, war ein Philosoph einfach ein Mensch, der sich um die Erkenntnis der Welt bemühte.
Was Philosophie sei und was sie wert sei, ist umstritten. Man erwartet von ihr außerordentliche Aufschlüsse oder lässt sie als gegenstandsloses Denken gleichgültig beiseite. Man sieht sie mit Scheu als das bedeutende Bemühen ungewöhnlicher Menschen oder verachtet sie als überflüssiges Grübeln von Träumern.
Für einen wissenschaftsgläubigen Menschen ist das Schlimmste, dass die Philosophie gar keine allgemeingültigen Ergebnisse hat, etwas, das man wissen und damit besitzen kann. Während die Wissenschaften auf ihren Gebieten zwingend gewisse und allgemein anerkannte Erkenntnisse gewonnen haben, hat die Philosophie dies trotz der Bemühungen der Jahrtausende nicht erreicht. Es ist nicht zu leugnen: in der Philosophie gibt es keine Einmütigkeit des endgültig Erkannten.
Dieser Sinn des Wortes besteht bis heute: das Suchen der Wahrheit, nicht der Besitz der Wahrheit ist das Wesen der Philosophie. Philosophie heißt: auf dem Wege sein.
Das griechische Wort Philosophos ist gebildet im Gegensatz zum Sophos. Es heißt: der die Erkenntnis Liebende im Unterschied von dem, der im Besitze der Erkenntnis sich einen Wissenden nannte. Der Sophos behauptet, Wissen zu besitzen; der Philosophos sucht es.
Das Wort »Philosophie« stammt aus dem Griechischen; es geht zurück auf »philein« bzw. »philos« und »sophia«. Doch damit bekommt Philosophie gleich zu Unrecht etwas Überhöhtes. »philein« bedeutet keineswegs nur »lieben« – es kann auch mit »Gefallen finden an«, »Interesse haben an« oder »gern haben« übersetzt werden; und »sophia« kann auch einfach »Wissen« heißen.
Ein »sophos« ist jemand, der sich auskennt. »Philosophia« bedeutet in der Antike schlicht »sich für Wissen interessieren«, wobei jegliches Wissen eingeschlossen ist. Von der Antike bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war »Philosophie« ein Ausdruck, der einfach »Wissenschaft« bedeutet.
Liebe Sofie! Viele Menschen haben unterschiedliche Hobbys. Manche sammeln alte Münzen oder Briefmarken, andere handarbeiten gern, noch andere widmen fast all ihre Freizeit einer bestimmten Sportart. Viele lesen auch gern. Aber was wir lesen, ist sehr unterschiedlich. Einige lesen nur Zeitungen oder Comics, andere mögen Romane, noch andere ziehen Bücher über verschiedene Themen wie Astronomie, Tierleben oder technische Erfindungen vor.
Wenn ich mich für Pferde oder Edelsteine interessiere, kann ich nicht verlangen, dass alle anderen diese Interessen teilen. Wenn ich wie gebannt vor allen Sportsendungen im Fernsehen sitze, muss ich mich damit abfinden können, dass andere Sport öde finden.
Gibt es trotzdem etwas, das alle interessieren sollte? Gibt es etwas, das alle Menschen angeht, egal, wer sie sind oder wo auf der Welt sie wohnen?
— Jostein Gaarder: Sofies Welt (1991), dtv, München 2000Welche Themen beschäftigen alle Menschen, unabhängig von ihren persönlichen Interessen? Wähle alle zutreffenden Antworten aus.
Der Philosoph Immanuel Kant hat vier Fragen als Grundfragen der Philosophie hervorgehoben (Kritik der reinen Vernunft, 1787). Anhand dieser Fragen ergeben sich vier grundlegende Disziplinen:
Ist der Mensch von Natur aus gut oder böse? Gibt es eine gleichbleibende Natur des Menschen? Was sagen Biologie, Verhaltensforschung und Soziologie dazu?
Frage nach den Zielen und Maßstäben unseres Handelns. Lassen sich Maßstäbe für unser Verhalten vernünftig begründen?
Gibt es einen Gott? Hat die Welt und unsere Existenz einen übergeordneten Sinn?
Wie kommt man zu begründeten Erkenntnissen? Was sind die Grenzen unseres Erkenntnisvermögens? Auf welcher Basis arbeiten die modernen Wissenschaften?
Aristote identifiziert fünf Schritte des philosophischen Denkens, die er in seiner Métaphysique (Livre I, 2, 982b) beschreibt. Die richtige Reihenfolge lautet:
Für Aristoteles ist das Staunen kein passiver Zustand – es ist eine aktive Kraft. Es markiert ein Ablösen von einem unwissenden Leben und lädt dazu ein, die Weisheit frei und um ihrer selbst willen zu verfolgen.
a) Was uns erstaunt, ist das Unbekannte – es stellt sich uns als Hindernis dar. Das Staunen ist die Fähigkeit, ein Problem zu erkennen.
b) Die Anerkennung der Unwissenheit ist eine notwendige Bedingung des Denkens (Sokrates: »Ich weiß, dass ich nichts weiß.«). Wer staunt, beginnt zu beobachten und zu verstehen.
C'est, en effet, l'étonnement qui poussa, comme aujourd'hui, les premiers penseurs aux spéculations philosophiques. Au début, leur étonnement porta sur les difficultés qui se présentaient les premières à l'esprit ; puis, s'avançant ainsi peu à peu, ils étendirent leur exploration à des problèmes plus importants, tels que l'observation des phénomènes de la Lune, ceux du Soleil et des Étoiles, enfin la genèse de l'Univers. Or apercevoir une difficulté et s'étonner, c'est reconnaître sa propre ignorance (c'est pourquoi même l'amour des mythes est, en quelque manière amour de la Sagesse, car le mythe est un assemblage de merveilleux).
Ainsi donc, si ce fut bien pour échapper à l'ignorance que les premiers philosophes se livrèrent à la philosophie, c'est qu'évidemment ils poursuivaient le savoir en vue de la seule connaissance et non pour une fin utilitaire. Et ce qui s'est passé en réalité en fournit la preuve : presque toutes les nécessités de la vie, et les choses qui intéressent son bien-être et son agrément avaient reçu satisfaction, quand on commença à rechercher une discipline de ce genre.
Je conclus que, manifestement, nous n'avons en vue, dans notre recherche, aucun intérêt étranger. Mais, de même que nous appelons libre celui qui est à lui-même sa fin et n'existe pas pour un autre, ainsi cette science est aussi la seule de toutes les sciences qui soit une discipline libérale, puisque seule elle est à elle-même sa propre fin.
— Aristote: Métaphysique, ~335 av. J.-C.Die Teilgebiete der theoretischen Philosophie beeinflussen die praktische Philosophie – und umgekehrt. Die Teilgebiete sind übergreifend (Bsp. Ästhetik).
Anthropologie, Erkenntnistheorie, Metaphysik, Logik, Wissenschaftstheorie
Ethik, Politische Philosophie, Sozialphilosophie, Rechtsphilosophie
Theoretische Annahmen (z.B. Menschenbild) prägen praktische Schlüsse (z.B. Staatstheorie) – und umgekehrt.