Jürgen Habermas — Die Suche nach dem gerechten Diskussionsverfahren, um sich über das „gute und richtige Handeln" zu einigen.
Menschenrechte werden nicht universell gleich verstanden — kulturelle und individuelle Unterschiede führen zu Konflikten.
Genau deshalb braucht es einen herrschaftsfreien Diskurs — um gemeinsame Normen intersubjektiv zu erarbeiten.
Die Gültigkeit von Normen entspringt bestimmten idealisierenden Argumentationsregeln, die die Teilnehmer in ihrer Argumentationspraxis umsetzen.
56 % der Männer lehnen die Frauenquote ab — aber eine Mehrheit allein macht kein Argument gültig. Es kommt auf die Qualität der Argumente und den Prozess an, nicht auf die Anzahl der Stimmen.
Es ist nicht der bloße Konsens, der die Gültigkeit von Normen verbürgt. Es ist ja denkbar, dass Menschen sich auf etwas einigen, was jedem Verständnis von Moral widerspricht.
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Strategische Kommunikation
Verständigungsorientierte Kommunikation
Argumente, die erklärend, nachvollziehbar und sinnvoll begründet sind — die also der Wahrheitsfindung dienen.
Argumente, die nur auf die eigenen Interessen und Vorteile bezogen sind — die also zu einer Bevorteilung des Einzelnen führen.
Eigenschaften
Lehre vom „guten und richtigen Handeln"
Die Suche nach dem gerechten Diskussionsverfahren, um sich über das „gute und richtige Handeln" zu einigen.
Habermas beschreibt eine ideale Sprechsituation — es ist nicht der bloße Konsens, der die Gültigkeit von Normen verbürgt, sondern bestimmte idealisierende Argumentationsregeln, die die Teilnehmer in ihrer Argumentationspraxis umsetzen.
Keiner kann daran gehindert werden, an einem Diskurs teilzunehmen.
Alle sind auf Verständlichkeit verpflichtet — die Argumente müssen nachvollziehbar sein.
Jeder darf nur das behaupten, was er für richtig hält.
Es wird nach dem besten Argument entschieden — nicht nach Macht oder Mehrheit.
Da die angeführten Argumente zwanglos sind und die Diskussion herrschaftsfrei geführt wird, gibt es keine Verpflichtung, sich an die Vorgaben des besseren Arguments zu halten.
Die ideale Sprechsituation beschreibt einen theoretischen Sollzustand. In der Realität kann niemand gezwungen werden, dem besseren Argument zu folgen — die Diskursethik bleibt eine Idealvorstellung, keine bindende Regel.
Beschreibungen
→ Instrumentalisierung des Menschen
Die Instrumentalisierung führt zu einer Entwürdigung des Menschen — der Mensch wird zu einem Mittel zum Zweck.
→ Die eigenen Interessen stehen im Vordergrund.
(Ich-bezogenes Argument / Handlungsprinzip)
Maximen (persönliche Handlungsprinzipien) sind nur dann gültig, wenn sie alle gleichermaßen betreffen — d.h. zu einem allgemeinen Gesetz werden können.
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."
„Behandle andere so, wie du von ihnen behandelt werden willst."
oder: „Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andern zu."
Legitim sind jene Normen und Prinzipien, die…
…nach den Regeln eines herrschaftsfreien Diskurses erarbeitet wurden
…die Zustimmung aller Beteiligten erzielen
Sachverhalte sind prinzipiell jedem zugänglich und bedürfen keiner zwischenmenschlichen Einigung.
z.B. mathematische Beweise, wissenschaftliche Fakten
Sachverhalte beruhen auf zwischenmenschlicher Konvention und können nur im gegenseitigen Austausch ermittelt werden.
z.B. Meinungen, Interpretationen, moralische Überzeugungen
Die Diskursethik ist eine Idealvorstellung der zwischenmenschlichen Kommunikation — sie beschreibt einen theoretischen Sollzustand der ethischen Entscheidungsfindung und muss als eine Kritik am Istzustand der Kommunikation verstanden werden.